Geschichte

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Die Geschichte der Burg beginnt eigentlich mit dem Burgherrn Bertram von Bourscheid, dessen Name zum ersten Mal im Jahre 1095 erwähnt wurde. Der Baubeginn der Burg geht auf das Jahr 1000 zurück und beruht auf noch älteren Bauten. Die Burg liegt auf einen nur von Nordwesten aus zugänglichen Schieferfelsen, 150 Meter über dem rechten Ufer der Sauer, 360 bis 380 m über dem Meeresspiegel.
Die Ruinen dieser Anlage zeugen heute noch von einer bedeutenden Feste, die etwa 151 m lang und 53 m breit war, mit einer Fläche von 12.000 m2, umgeben von einer starken Ringmauer mit Zwingern und 11 Türmen

Um das Jahr 1000 entstand aus einer primitiven hölzernen Befestigungsanlage eine erste feste Burg aus Stein. Ausgrabungen brachten römische, merowingische, karolingische und ottonische Spuren zu Tage. Von dieser ersten romanisch-gotischen Burg zeugen jetzt nur noch Bergfried und Ringmauer, heute innere Ringmauer. Die äußere Ringmauer, mit acht Türmen bewehrt, wurde um 1384 fertig gestellt. Gleichzeitig entstand das Stolzemburger Haus mit seinem gotischen Gewölbekeller.

Nach 1472 entstand die Vorburg mit der außen durch Palisaden geschützten Toranlage, der mächtigen Artilleriebastion und einem von vier Türmen flankierten Graben, der durch eine Zugbrücke gesichert war. Als 1512 der letzte Herr derer von Bourscheid ohne Nachkommen starb, errichteten seine Erben drei verschiedene Wohnungen auf der Burg; die von Metternich im alten Palas und im Bergfried, die Zant von Merl im unteren Teil der Oberburg und die von Ahr im Stolzemburger Haus.Im 16. Jahrhundert wurde die Burg um ein Zugangstor mit Artilleriebastionen ergänzt. Mit dem Einfall der Franzosen 1794 endete die Feudal- und Burgenzeit. Im Herbst 1802 wurde das Bourscheider Archiv wegen der Übernahme des Schlosses durch den Erben Freiherr von Schmidtburg, Kammerherr des Kurfürsten und Erzbischofs von Trier, nach Gemünden im Hunsrück gebracht.1812 ließ Schmidtburg seinen Besitz Stück für Stück versteigern: Dielen, Treppen, Türen und sogar einzelne Balken. In den Registern von Bourscheid ist jeder Verwaltungsakt festgehalten. So auch alle Urteile, die seit 1095 auf Burscheid gesprochen wurden. Die kompletten Originale lagern in Gemünden, als Kopien haben sie die Burgfreunde in Bourscheid, in zehn Büchern zusammengefasst. Nach der Versteigerung zerfiel die Burg zu einer Ruine. Die Ruinen wurden 1936 als „historisches Denkmal“ klassifiziert und 1972 vom Staat erworben. Seitdem wurde aufwendig ausgegraben und restauriert. Nur zwei Gebäude auf dem Burggelände sind nach altem Vorbild rekonstruiert: die Pförtnerwohnung und das Stolzemburger Haus.